60 Fragen an Eltern und Großeltern

Irgendwann wünscht man sich, man hätte gefragt. Diese Fragen helfen Ihnen, ins Gespräch zu kommen, solange es geht.

Wie gelingt das Gespräch?

  • Nehmen Sie sich Zeit und wählen Sie einen ruhigen Ort.
  • Sprechen Sie pro Treffen über ein Thema und planen Sie eine knappe Stunde ein.
  • Holen Sie alte Fotos hervor. Bilder wecken Erinnerungen, die eine Frage allein nicht erreicht.
  • Fragen Sie nach, statt die nächste Frage zu stellen: „Wie war das für dich?“
  • Halten Sie Pausen aus. Die besten Antworten kommen oft nach dem Schweigen.
  • Lassen Sie schwierige Themen ruhen, wenn sie nicht besprochen werden sollen.

Die Fragen stehen in der Du-Form, weil wir mit Eltern und Großeltern meist so sprechen.

Kindheit und Elternhaus

  1. Wie sah das Haus aus, in dem du aufgewachsen bist?
  2. Was ist deine früheste Erinnerung?
  3. Wie roch es bei euch zu Hause?
  4. Welches Essen erinnert dich an deine Kindheit?
  5. Was haben deine Eltern beruflich gemacht?
  6. Was durfte man bei euch auf keinen Fall tun?
  7. Mit wem hast du am liebsten gespielt?
  8. Welche Spiele waren damals beliebt?
  9. Wovor hattest du als Kind Angst?
  10. Wie habt ihr Weihnachten oder andere Feste gefeiert?

Schule und Jugend

  1. Wie war dein Schulweg?
  2. Welche Lehrerin oder welchen Lehrer wirst du nie vergessen?
  3. Was wolltest du als Kind einmal werden?
  4. Wer war deine beste Freundin oder dein bester Freund?
  5. Welche Musik hast du als Jugendlicher gehört?
  6. Wofür hast du dein erstes eigenes Geld ausgegeben?
  7. Was hast du heimlich gemacht?
  8. Wann hast du dich zum ersten Mal erwachsen gefühlt?
  9. Worüber hast du dich mit deinen Eltern gestritten?
  10. Welche Reise oder welcher Ausflug ist dir geblieben?

Liebe und Familie

  1. Wie habt ihr euch kennengelernt?
  2. Woran hast du gemerkt, dass es die große Liebe ist?
  3. Wie sah eure Hochzeit aus?
  4. Wie hast du erfahren, dass du Mutter oder Vater wirst?
  5. Wie war der Tag, an dem dein erstes Kind geboren wurde?
  6. Was war als junge Familie das Schwierigste?
  7. Welche Geschichten erzählt man sich in der Familie immer wieder?
  8. Was hast du von deinen Eltern übernommen?
  9. Was wolltest du unbedingt anders machen als sie?
  10. Worauf bist du bei deinen Kindern besonders stolz?

Arbeit und Beruf

  1. Wie bist du zu deinem Beruf gekommen?
  2. Wie war dein erster Arbeitstag?
  3. Was hast du in deinem ersten Job verdient?
  4. Welche Kollegin oder welcher Kollege hat dich geprägt?
  5. Worauf bist du beruflich stolz?
  6. Gab es eine Entscheidung, die alles verändert hat?
  7. Was hat dir an deiner Arbeit am meisten Freude gemacht?
  8. Hast du jemals etwas ganz anderes machen wollen?
  9. Wie hat sich dein Beruf im Lauf der Jahre verändert?
  10. Wie war dein letzter Arbeitstag?

Zeitgeschichte und Heimat

  1. An welches historische Ereignis erinnerst du dich am deutlichsten?
  2. Wo warst du, als es passiert ist?
  3. Wie hat die Politik deiner Zeit euren Alltag bestimmt?
  4. Musstet ihr jemals eure Heimat verlassen?
  5. Was hast du von deinen Eltern über den Krieg erfahren?
  6. Wie hat sich dein Heimatort verändert?
  7. Wann habt ihr den ersten Fernseher oder das erste Telefon bekommen?
  8. Was war damals selbstverständlich und ist heute kaum noch vorstellbar?
  9. Welche Dinge aus früheren Zeiten vermisst du?
  10. Was findest du an der heutigen Zeit besser?

Rückblick und Weitergeben

  1. Worauf bist du in deinem Leben am meisten stolz?
  2. Was war die schwerste Zeit, und was hat dir geholfen?
  3. Welche Entscheidung würdest du heute anders treffen?
  4. Wer hat dich am meisten geprägt?
  5. Wofür bist du besonders dankbar?
  6. Welchen Rat hättest du gern mit zwanzig bekommen?
  7. Was bedeutet Glück für dich?
  8. Was sollen deine Enkel unbedingt über dich wissen?
  9. Welche Werte möchtest du weitergeben?
  10. Gibt es noch etwas, das du schon immer einmal erzählen wolltest?

Wie halten Sie die Antworten fest?

Fragen Sie um Erlaubnis und nehmen Sie das Gespräch mit dem Telefon auf. Eine Stimme bewahrt mehr als jede Abschrift. Notieren Sie Namen, Orte und Jahreszahlen direkt danach und sichern Sie die Dateien an einem zweiten Ort.

Aus diesen Gesprächen kann ein Buch werden. Wenn Sie das selbst angehen möchten, hilft unsere Anleitung. Wenn Sie die Geschichte lieber in andere Hände geben, sprechen Sie mit uns über eine Biografie als Geschenk.

Häufige Fragen

Was sollte man seine Eltern fragen, bevor es zu spät ist?

Fragen Sie nach dem, was nirgends aufgeschrieben steht: wie sie sich kennengelernt haben, wovor sie Angst hatten, worauf sie stolz sind, was sie anders machen würden und was sie an ihre Kinder und Enkel weitergeben möchten.

Wie halte ich Erinnerungen meiner Großeltern fest?

Am einfachsten mit der Sprachaufnahme Ihres Telefons, nachdem Sie um Erlaubnis gefragt haben. Notieren Sie Namen und Orte direkt danach und sichern Sie die Aufnahmen an einem zweiten Ort.

Wie lange sollte ein Gespräch dauern?

Eine knappe Stunde reicht. Erzählen strengt an, gerade im Alter. Mehrere kurze Gespräche bringen mehr als ein langes.

Was mache ich, wenn jemand nicht erzählen möchte?

Respektieren Sie das. Versuchen Sie es später noch einmal mit einem leichteren Thema oder einem alten Foto. Manche Erinnerungen brauchen Zeit, manche bleiben privat.

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